Da der Behandlungsvertrag ein speziellen Dienstvertrag ist, auf den die §§ 611 ff. BGB Anwendung finden, greift die Vergütungsvorschrift des § 612 BGB.

Für eine medizinische Behandlung kann eine Vergütung im Einzelfall vereinbart werden. Ist diese Vereinbarung wirksam, so richtet sich der Vergütungsanspruch des Behandelnden eben hiernach. In der Praxis kommen solche Vergütungsvereinbarungen hauptsächlich im Bereich kosmetischer Eingriffe vor.

Wenn im Einzelfall eine Vergütung oder deren Höhe nicht vereinbart wurde, ist die Vorschrift des § 612 BGB anwendbar.

Bei einer medizinischen Behandlung muss man in aller Regel mangels anderer Anhaltspunkte davon ausgehen, dass diese entsprechend § 612 Absatz 1 BGB nur gegen eine Vergütung zu erwarten ist.

Wenn keine Absprache hinsichtlich Vergütungshöhe getroffen wurde, so ist gemäß § 612 Absatz 2 bei Bestehen einer Taxe die taxmäßige Vergütung, in Ermangelung einer Taxe die übliche Vergütung als vereinbart anzusehen.

Unter Taxen versteht man auf Bundes- oder Landesrecht beruhende, staatlich festgesetzte Vergütungssätze. Sie bestehen für die meisten freien Berufe in Form von sogenannten Gebührenordnungen. So sind für Ärzte und Zahnärzte sind die GOÄ bzw. die GOZ einschlägig.